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- Mario

Rezension - Helen und die Schildkröte

Kutschera, N. (2014) Helen und die Schildkröte: Ein Märchen aus fernen Ländern und fremden Küchen. Wuppertal: Bundes-Akademie-Verlag, 56 Seiten, 19,90€.

Ein besonderes Buch um Nachdenken anzuregen

Helen und die Schildkröte ist ein Kinderbuch, welches sich mit unserer Esskultur beschäftigt. Die Zeichnungen sind markant und befüllen jeweils die gesamte Doppelseite mit wenig Text, sodass es als Vorlesebuch bestens geeignet ist.

Nach dem ersten Durchblättern war ich skeptisch, ob dieses Buch für Kinder geeignet sei, denn die deutliche Bebilderung kannte ich aus Kinderbüchern bislang nicht. Nach einigem Überlegen wurde das Buch jedoch an den kleinen 'getestet' und ich kann nur sagen, dass es ein voller Erfolg war. Nachfragen und Diskussionen über unsere Essgewohnheiten kamen wie von selbst auf und meine Bedenken waren zerstreut.

Der in Reimform gehaltene Text endet auf einer träumerisch gehaltenen rosa Seite auf der Helen schlafend mit einer Schildkröte zu sehen ist. Es wird ein guter Schlaf und sanfte Träume gewünscht und endet damit wie viele Gute-Nacht-Geschichten, doch scheinen die kleinen davon noch mehr angetan. Gespräche und Fragen kamen noch Tage danach auf. Wie schön, wenn Kinder fragen.

Ich möchte dieses Buch gern empfehlen, doch ist es nicht nur für Kinder, sondern aus meiner Sicht ebenfalls für Erwachsene. Es ist so leicht auf Basis dieses spannenden Werkes mit Kindern ins Gespräch zu kommen und dabei selbst mit seinen Essgewohnheiten in Frage gestellt zu werden. Ich kann de kontroversen Debatten über dieses Buch nachvollziehen, doch ist es längst an der Zeit auch Essgewohnheiten in Frage zu stellen. Zudem sind die Kinder von heute unsere Gesellschaft von morgen und über solche Einstiegthemen ergibt sich wie von selbst eine diskussionsfreudige und hinterfragende Jugend. Von solchen Büchern benötigen wir noch viel mehr, wie ich finde.

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Diese Rezension ist zuerst in der Zeitschrift "Kontext" erschienen, der Fach- und Verbandzeitschrift der DGSF